/// Divine Alpha - Eindrücke



  • Servus zusammen. Ich versuche euch heute mal meine Erfahrungen mit der Divine Alpha zu schildern…

    Zuerst muss ich sagen, daß ich natürlich so wie vermutlich die meisten lange gehadert habe mit der Entscheidung. Hobby und Hifi-Macke hin oder her, 7.500 Steine für nen Lautsprecher ist ne Menge Holz, egal wie toll der auch sein mag - dementsprechend hoch waren dann meine Erwartungen.

    Ich habe mir vor ca. 2 Jahren einen Traum erfüllt und in meinem Haus einen Musikkeller eingerichtet. Ich hatte (habe) ein komplettes Set der Sonus Faber Liuto… Standlautsprecher, die Monitore für die Rears und den sehr seltenen passenden Center. Eigentlich schon ein Traum. Und ich muss sagen, daß mich dieses Set bis heute fasziniert. Damals lief ein Cambridge Audio 751R (AVR) mit einer 851W als Endstufe für die Fronts. Der Klang war absolut fantastisch. Und trotzdem wollte ich sehen, was eventl. nach oben hin noch geht. Und so kam es, daß ich mit dem Gedanken gespielt habe, mir die Alpha zuzulegen.

    Vor ca. 8 Wochen war es dann soweit. Die Alpha wurde geliefert und ich war voller Vorfreude. Die Verpackung der beiden Lautsprecher ist so groß, daß mich mein Nachbar gefragt hat, ob ich mir zwei Kühlschränke gekauft habe. In der Tat, die Kartons sind außerirdisch groß.

    Alleine ging da erst mal gar nichts. Das ist alles viel zu schwer und zu globig. Nachdem mir mein Vater mit einer Sackkarre geholfen hat, die DA in den Keller zu transportieren, war der Unterschied zu meinen Liutos erst mal extrem, was die Ausmaße betraf. Die DA ist echt ziemlich groß und megaschwer. Ich war heilfroh, als das alles unbeschadet im Keller und in meinem Musikzimmer stand. Und eines war mir auch gleich klar - diese Lautsprecher werde ich nie wieder nach oben schaffen - das Geschleppe tue ich mir nicht noch einmal an. Die bleiben da stehen, egal was passiert.

    Einige Wochen zuvor hatte ich das Glück, einen günstigen ARCAM AVR550 zu ergattern. Ich habe vom DIRAC-Einmesssystem gelesen und in dieser Kombination war meine Erwartungshaltung natürlich schon sehr groß. Als ich alles angeschlossen hatte, war aber erstmal Ernüchterung angesagt und ich merkte schnell, daß ich mir Zeit nehmen muss, das komplette Set vernünftig einzumessen. Nach einigen Tagen hatte ich mich durch die Einmessung gekämpft und festgestellt, daß das alles gar nicht so leicht geht. Ich habe extrem viel ausprobiert, rumgesteckt usw. Was an DIRAC extrem gut funktioniert und in meinen Augen bzw. Ohren auch einen hörbaren Unterschied macht, ist die Präzision bei Surround. Da trifft der Ton einfach megapräzise aufs Ohr. Aber zurück zur DA…

    Die DA klang im Vergleich zu meiner Luito deutlicher neutraler, kühler. Weniger elegant, wenn man das so sagen kann. Dafür natürlich viel souveräner, kraftvoller. Man merkt, daß diese Lautsprecher ne Menge PS unter der Haube haben. Trotzdem war ich lange Zeit nicht wirklich zufrieden und eher enttäuscht. Diese geile Bühne, die ich zuvor mit den Liutos hatte, war plötzlich weg. Ich befand mich nicht mehr inmitten der Musik, sondern die spielte irgendwie weiter vorne. Also wieder rumrutschen, drehen, nach vorne, nach hinten… Bass-Stöpsel raus und wieder rein, Hebel rauf und runter… ich hatte zwischendrin schon die Endstufe (851W) weggestellt, Front direkt an den ARCAM, dann noch nen alten HK 990 wieder dran, unzählige Einmessungen. Aber so richtig wollte es nicht.

    Ich glaube, wenn die ich Dinger in ein Briefkuvert stecken hätte können, dann wären sie wieder zurückgegangen, da war schon etwas Frust. Zusätzlich hatte ich etwas Probleme mit den Standbeinen/Spikes, die ich irgendwie etwas wackelig und wenig wertig empfinde. Da liefert Sonus Faber schon eindeutig ganz andere Qualität. Das hat auch echt lange gedauert, bis die mal so standen, das da nichts mehr gewackelt hat. Zur Info… ich mache das nicht zum ersten Mal, arschglatter Estrich, neuer Holzboden und dann noch ne 60x60 Natursteinplatte drunter… Aber wie gesagt, diese Lautsprecher stehen in meinem Keller wie zwei U-Boote. Also habe ich den Lautsprechern den Kampf angesagt und weiter probiert.

    Letzte Woche dann der Durchbruch und deshalb auch mein Bericht heute. Wieder rumgesteckt wie ein Irrer, Sofa nach vorne und wieder nach hinten, Wickelung geändert, die 851W-Endstufe wieder dran und wieder eingemessen… und dann endlich. Endlich ist die Bühne dort, wo ich sie haben will. Was ich jetzt anders gemacht habe weiß ich nicht. Aber es passt. Und ich habe das Gefühl, daß alles auf den Zentimeter so nun bleiben sollte. Und dabei war ich schon fast so weit, mir neue Kabel zu kaufen und zu schauen, ob ich damit noch ne Verbesserung erzielen kann… und dabei glaube ich eigentlich gar nicht an Kabel-Klang und so Zeugs.

    So wie das aktuell alles steht und eingestellt ist, muss ich sagen, daß die DA schon ein faszinierender Lautsprecher ist, auch wenn er mir einiges an Nerven abverlangt hat und mir persönlich tendenziell immer noch etwas zu neutral klingt und gerne etwas mehr Wärme haben dürfte. Manchmal habe ich das Gefühl, daß der Lautsprecher ne gehörige Einspielzeit benötigte. Vielleicht wird das ja in einigen Wochen noch etwas runder, wärmer. Bei hohen Lautstärken klingt die DA unglaublich souverän, da sind kaum Grenzen auszumachen - das macht schon richtig Spaß. Wenn ichs mal so richtig krachen lasse, dann blinkt die Endstufe, obwohl da immerhin 200W pro Kanal zu Buche stehen.

    Ob die DA nun ihr Geld wert ist, kann ich nur sehr schwer beantworten. Oder wie gut das Preis-/Leistungsverhältnis nun wirklich ist. Dazu habe ich auch viel zu wenig Lautsprecher in meinem Leben gehört. Ich habe jedenfalls viel gelernt. Der Preis und/oder die Chassis bedeuten gar nichts, am wichtigsten ist immer das eigene Ohr. Sicherlich würde ich noch einen Lautsprecher finden, der mir vielleicht besser zusagt, aber dazu müsste ich vermutlich 50 verschiedene Marken und Produkte hören, und am Ende könnte ich mich nicht mehr daran erinnern, wie die ersten Lautsprecher geklungen haben. Das persönliche Gehör ist der entscheidende Faktor und vermutlich auch das entscheidende Limit - jeder hört irgendwie anders. Und ich glaube, daß sich das Hörverhalten auch mit der Zeit ändert. Nichts desto Trotz habe ich das Gefühl, mit der DA schon angekommen zu sein, vorerst… ;)

    Im Vergleich zu meiner Sonus Faber Liuto stellte ich fest, daß die Liuto schon echt ne Macht war, und hier die Luft nach oben gehörig eng wird. Und diese feinen Nuancen kosten dann auch richtig Geld. Optisch ist die Liuto deutlich eleganter, eine echte italienische Lady - da kommt die DA schon wie ein Prügel daher. Wenngleich auch sehr schön verarbeitet - der Lack, da gibts rein gar nicht zu meckern. Positiv hervorheben muss ich unbedingt noch die Anschlussterminals, das ist Highend, mehr geht nicht. Mit den Standfüßen hatte ich dafür so meine Probleme - da macht sich dann der Chinese bemerkbar.

    Auf die Höreindrücke bin ich jetzt bewusst gar nicht so stark eingegangen. Diese blumigen Beschreibungen finde ich immer etwas schwierig und wenig aussagekräftig. Die DA klingt hervorragend. Punkt. Auch wenn es mich im Vergleich zur Liuto jetzt nicht aus dem Sofa gehauen hat. Der Bass ist hervorzuheben, der geht richtig tief. Hab ich so in der Form noch nicht erlebt. Da ich aber zwei Cinema 1x12 zur Unterstützung habe, fällt mir dieser Faktor nicht so stark auf.

    Für Interessenten bleibt mir deshalb nur ein Tipp. Bestellen, anhören uns selbst ein Urteil bilden - so wie immer. Wie krass es einen flasht hängt sicherlich auch stark davon ab, welchen Lautsprecher man gerade betreibt und wie groß der Unterschied dann zur DA ist.

    So… jetzt ist Schluß. Ich hoffe, ich konnte ein wenig Einblick geben, wie es mir mit meiner Divine Alpha erging.

    Ach ja, die Mitarbeiter von XTZ haben mich des öfteren kontaktiert und Hilfe angeboten. Das ist toller Service und alles andere als normal. Dickes Lob dafür. Außerdem wurde mir ein XTZ Mikrofon für ein besseres Einmessergebnis zugesendet - an dieser Stelle nochmal herzlichen Dank!!!



  • Okay, das mit den Bildern kapier ich gerade nicht... mach ich eventl. später!



  • prima bericht,informatives und sehr unterhaltsames lesen :) :)
    vielen dank

    ps: meine kleinen divines brauchten extrem lange,bis sie optimal eingespielt waren



  • Hi

    hast du denn die Luido auch mal am Arcam gehört? Oder hast du diesen erst mit den Alpha in Betrieb genommen
    Ich vermute das deine Probleme beim Arcam bzw dem Einmeßsystem liegen. Ob die jetzt rein subjektiv sind oder tatsächlich vorhanden läßt sich ohne Nachmessungen natürlich ncht sagen

    Was betreibst du denn als Center, Rears und Sub?



  • Hier noch zwei Bilder:

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  • Hallo zusammen.

    Ganz lieben dank für den tollen Bericht.
    Da sieht man mal wieder das nicht immer auf Anhieb alles klappt.
    Aber genau so kann es eben auch gehen.

    Über weitere Fotos würde ich mich sehr freuen da es auf dem letzten Bild sehr interessant ausssieht.



  • Den ARCAM hatte ich schon vorher in Betrieb, wenn auch nur wenige Wochen. Daran lags jetzt nicht. Grundsätzlich konnte ich zwischen dem "alten" Cambridge Audio 751R und dem ARCAM AVR550 nur wenige hörbare Unterschiede ausmachen, im DIRECT-Modus habe ich den 751R sogar besser in Erinnerung. Der große und entscheiden Unterschied beim AVR550 ist DIRAC, und das ist dann schon sehr geil und auch ein echtes Kaufkriterium. Aber für jemanden wie mich, der sich da eher nur am Rande mit beschäftigt, auch nicht so leicht zu verstehen. Die Kurven im Nachhinein zu bearbeiten habe ich mich nicht wirklich getraut, weil ich eigentlich gar keine Ahnung habe, wie sich das später auswirkt und anhört. Sicherlich wäre da ein Profi mit Erfahrung schneller ans Ziel gekommen. Ehrlich gesagt, ich fands schon kompliziert, die Pegel ganz am Anfang für alle Speaker und Subs gleich einzustellen. Ich bin mir nicht sicher, ob die Software auch noch den ein oder anderen Bug hat. Normalerweise stelle ich mich nicht so an...

    Grundsätzlich habe ich in dem Zimmer ja schon sehr sehr gute akustische Voraussetzungen. Trotzdem ist die Einmessung Grundvoraussetzung für einen guten Klang.

    Ich betreibe weiterhin das Liuto-Set neben der DA mit zwei XTZ 1x12, nur die Fronts sind quasi ins Wohnzimmer gewandert. Ich konnte mich von dem Lautsprecher nicht trennen und so erfreue ich mich weiterhin an der schönen Optik in Räuchereiche...

    Als Rear werde ich weiterhin den Liuto Monitor betreiben, beim Center wäre natürlich der passende Divine nicht schlecht. Ich überlege auch noch, ob ich mir mal nen Höhen-/Deckenlautsprecher installiere, den S2, der ARCAM kann das ja. Die 1x12 haben bei mir ein Brummen, das nervt mich auch noch - irgendwie würde ich die auch gerne mal tauschen. Aber das kostet alles ne Menge Geld... mal sehen. Wie heissts bei Hornbach? Es gibt immer was zu tun!



  • Hier auf den Wunsch hin noch ein paar Bilder... hab jetzt nicht extra aufgeräumt oder Kabel versteckt... ;)

    Die Front... Deckensegel von XTZ oben. In den Ecken jeweils 2x Browne Bassfallen, die wirklich sehr effektiv sind.

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    Die Rears... Sonus Faber Liuto Monitor... hinten ein dicker Molton-Vorhang.

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    Und der ARCAM mit der Cambridge Endstufe...

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    Mithilfe eines Akustikers (Wolfgang Krieger), der mir ziemlich genau festlegte, wo die Elemente und Lautsprecher genau hin müssen, welche Elemente und den optimalen Standort der beiden Subs errechnete, bin ich soweit sehr zufrieden. Hier und da habe ich selbst gebastelt.



  • Wow sieht sehr edel aus der Raum!!!
    Gefällt mir richtig gut.
    Genau mein Geschmack.
    Bin mal gespannt wie er aussieht wenn er fertig ist.



  • Toller Bericht, tolle Bilder, super Raum !!!!! Danke dafür, liest sich sehr gut !!!



  • Was sind denn das für weiße Kästen hinter den Rears?



  • Das sind die Bassfallen von "Browne".....,die haben auch schicke Breitbandabsorber/Diffusoren,
    sehr schlicht,tolle Verarbeitung.



  • Gerade auch in einem Wohnzimmer machen die echt was her.....



  • Wäre schön wenn sich ts dazu nochmal melden könnte.
    Wie sich das ganze klanglich geäußert hat etc.
    Wäre mal interessant.



  • Ob man sowas wirklich im Wohnzimmer stehen haben möchte?
    https://browneakustik.de/produkt/browne-bassfalle-bass-absorber/

    Bru



  • Die Bassfallen kann man doch für 50€ selber bauen. Ich baue meine auch selbst.



  • 0_1501654640287_150165459959866210731.jpg



  • Man kann alles selber bauen....Ich persönlich finde zum Beispiel den Breitbandabsorber inklusive kostenlosen Versand sehr fair und das Birkenholz wirkt sehr edel.
    In einem Kellerheimkino würde ich vermutlich anders denken.



  • Hallo... Ja, es handelt sich um die Bassfallen von Browne, wie schon bereits vermutet. Ich finde sie sehr effektiv und kann sie nur empfehlen. Ob man sich das selber bauen kann weiß ich nicht. Ehrlich gesagt habe ich da weder die Muse noch die Zeit, aber mit etwas handwerklichem Geschick sollte das schon möglich sein. So richtig viel ist da nicht dran. Sie sind recht sauber verarbeitet und vermutlich würde ich da schon scheitern.

    Ob die ins Wohnzimmer passen oder nicht muss wohl auch jeder für sich entscheiden. Die Teile sind halt schon 50 x 50 cm-Klötze. Auf dem Bild von Manu finde ich das schon okay, ich frage mich nur, wie viel das tatsächlich in diesem Fall bringt - da steht ja schon relativ viel rum, was die tiefen Resonanzen beschäftigen sollte.

    In meinem "nackigen" Raum stehen je 2 Stück übereinander, und das in allen 4 Ecken. Seitdem habe ich - inkl. der korrekten Platzierung meiner beiden 1x12er - keine Probleme mehr mit Brummen oder ähnlichem. Der Bass kommt sehr sauber - allerdings auch nur beim Sofa und ca. 50-70cm rundherum.

    Seitlich von der Divine Alpha habe ich je zwei Stück der Artnovion Lugano Diffuser installiert. Und dann noch unzählige Sonitus Leviter Shape 12, die ich mit Holzleisten auf der Rückseite zu einem 3er-Set verknüpft habe. Oben an der Decke sind 4 Stück Akustik-Deckensegel von den XTZ-Herrschaften.


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