2-Kanal Endstufe an AVR



  • Hallo zusammen,

    seit kurzem bin ich stolzes Mitglied der XTZ-Familie.

    Die neuen 99.36 FLR + Center 99.25 (Dank nochmal an Benny) hängen an meinem AVR Yamaha RX-A 2040.

    Nach einigem rumexperimentieren mit der Aufstellung, den Verstopfen der Bassrohre etc. habe ich die Lautsprecher mit dem Einmesssystem des Yamaha mit recht gutem Ergebnis eingemessen - mit den vorigen Boxen war es für mich ohne EQ-Anpassung stimmiger.

    Ich denke, dass die XTZs deutlich mehr Leistung beanspruchen als meine vorigen Klipschs. Jedenfalls muss ich den Lautstärkeregler deutlich weiter aufreißen, wenn es mal lauter werden soll. Und laut zu hören ist mit den Lausprechern einfach klasse :)

    Langer Rede kurzer Sinn: ich will mal testen, wie sich eine zusätzliche Endstufe an den Frontboxen schlägt.

    Dabei ist mir folgendes nicht ganz klar und habe darüber auch keine klaren Ansagen im Netz gefunden. Nach Anschluss werde ich das ganze mit dem AVR neu einmessen müssen. Die angedachte Endstufe hat (leider) Lautstärkeregler, wie hoch sollte beim Einmessvorgang die Lautstärke an der Endstufe eingestellt werden, damit die Messung ein richtiges Ergebnis bringt. Voll aufdrehen?

    Vielleicht hat jemand einen Tipp.

    Schöne Grüße
    Sepp


  • XTZ-Mitarbeiter

    Hallo,

    @Sepp:

    seit kurzem bin ich stolzes Mitglied der XTZ-Familie.

    Wir wünschen viel Spaß mit deinen neuen Lautsprechern :)

    @Sepp:

    Voll aufdrehen?

    Voll aufdrehen und so lassen. Die Lautstärke anschließend nur noch mit dem AVR regeln.

    Gruß Jens



  • Danke für die prompte Antwort :cheers:



  • Dein AVR Yamaha RX-A 2040 sollte aber eigentlich mehr als genug Leistung für die LS bereitstellen :d



  • Dein AVR Yamaha RX-A 2040 sollte aber eigentlich mehr als genug Leistung für die LS bereitstellen :d

    Davon gehe ich schon auch aus. Auf Anschlag bringe ich den Lautstärkeregler ja bei weitem nicht.
    Aber ein bisschen experimentieren schadet ja nicht :d

    Gruß Sepp



  • Das stimmt aber der Yammi ist schon super :-bd Bin auf eventuell hörbare Unterschiede und einen Bericht gespannt.



  • Hi

    neu einmessen musst du eigentlich nicht. Frequenzgangkorrktur bleibt ja auch an den PreOut des Yamaha dieselbe

    Pegel nach Gehör, oder besser mit nem Pegelmeßgerät anpassen

    Voll aufdrehen und so lassen. Die Lautstärke anschließend nur noch mit dem AVR regeln.

    also da wäre ich mir nicht so sicher und würde mich da lieber erstmal langsam rantasten.

    Das der Lautstärkeregler nicht so wit aufgerissen werden musste glaube ich gerne. Die Klipsch RF82 (du schreibst ja nicht welche du hattest) braucht mal überschlägig 1/10 der Leistung für deselbe Lautstärke
    Allerdings reichen auch bei der XTZ 20W für ohrenbetäubende 100db(C)

    Abseits aller Theorie habe aber auch ich ne externe Endstufe dran, und bilde mir zumindest ein das es "entspannter" klingt



  • Welche Endstufen nutzt ihr denn zusätzlich für die Fronts ?



  • Hi

    ich hab ne Acurus A100X3, Dreikanalendstufe. Also für Front und Center
    Die angegebenen 150W@4Ohm sollen eine sehr vorsichtige Angabe sein, wie man so liest



  • Hast du denn mal nen Blindtest gemacht ob tatsächlich Unterschiede hörbar sind ob mit oder ohne zusätzliche Endstufe ? Ich kann mir irgendwie nur schwer vorstellen, dass da was in positiver Richtung hörbar wird außer ggf. etwas mehr Leistung.



  • und bilde mir zumindest ein das es "entspannter" klingt

    ;)

    Blindtest nicht, ist mir ehrlich gesagt zu aufwändig. Des Faktor Phychoakustik bin ich mir durchaus bewußt. Und so habe ich, obwohl ich es nicht erwartete, durchaus Unterschiede vernommen. Und das,obwohl egentlich unmöglich, schon bei geringen Pegeln

    Mir pers ist es a Ende auch egal, irgendeine Endstufe mußte ich eh kaufen, für das Antimode Dualcore das kurze Zeit später dann endlich eintraf

    Man kann allerdings u.U auch schon knapp über Zimmerautstärke in Leistungsbereiche vordringen die die meisten AVR an ihre Leistugsgrenzen bringen
    Ein guter Artikel dazu findet sich bei Hifi-Selbstbau.de

    Gehen wir also mal davon aus, dass wir mit einer Lautstärke (energetischer Mittelwert) von 83 dB am Hörplatz Musik hören wollen (das entspricht übrigens der empfohlenen Abhörlautstärke im Studio). Dafür braucht man mit einem normalen Verstärker an einer durchschnittlichen Box (86 dB/W/m) etwa 0.5 Watt in einem Meter Entfernung. Wir hören aber nicht in 1m sondern z.B. in 2.8 m Abstand. Da wäre es ohne Raumrückwirkung etwa 9 dB leiser (20Log10(1/2.8) = 9 dB), dafür hätten wir jetzt einen Beitrag von beiden Boxen, das wären dann wieder 3 dB lauter (bei einem Rauschsignal). Um die 6 dB Pegelminderung wieder zu kompensieren müsste die Verstärkerleistung vervierfacht werden (10Log10(4/1) = 6 dB), wir brauchen also 2 Watt um am Hörplatz mit beiden Boxen einen Pegel von 83 dB zu erzeugen. So weit, so gut.
    Nun hören wir aber keine Sinustöne mit konstanter Lautstärke sondern Musik, da kommen andauernd Signalspitzen vor, die lauter sind als der energetische Mittelwert. Bei 14 dB Dynamik (Definition s.o.) - das entspräche einer stark komprimierten Pop-Produktion - bräuchten wir die 25-fache Leistung (10*Log10(25) = 14 dB) um diese Signalspitzen unkomprimiert abzubilden. Das wären dann also nach Adam Riese und Eva Klein 50 Watt pro Box – uups! Eine weniger komprimierte Produktion hat ca. 20 dB Dynamik und bräuchte schon 200 Watt pro Box. Und bei extrem dynamischen Aufnahmen wie z.B. einem kaum komprimierten Schlagzeugsolo mit 30 dB Dynamik wären sogar kurzfristig 2000 Watt pro Box nötig um diese Signalspitzen unkomprimiert abzubilden. Und trotzdem ist die empfundene Lautstärke der stark komprimierten Popproduktoin und des Schlagzeugsolos gleich – und genau das ist der Grund, warum man das so macht! Denn wer hat zuhause schon einen Verstärker, der 2x 2000 Watt sauber liefert? Schon bei 2x 200 Watt strecken die meisten Verstärker die Segel. Wie also soll man also mit durchschnittlichen HiFi-Lautsprechern realitätsnah durchschnittliche CD´s wiedergeben ohne das einem alle Schwingspulen abrauchen? Eben, geht gar nicht.

    https://hifi-selbstbau.de/bauvorschl-ma … littlewatt



  • Danke für den Bericht. Dann macht es wohl wirklich Sinn. Bin mal gespannt ob auch Unterschiede mit dem Yammi 2040 und zusätzlicher Endstufe gehört werden. Das neue Einmessen macht aber doch trotzdem Sinn, weil doch mit Sicherheit zumindest der Abstand der Frontlautsprecher durch die Signalverzögerung korrigiert wird mit zusätzlicher Endstufe oder?



  • Hi

    bei nemVollverstärker, also mit weiterer Vorstufe im Signalweg, mag es sein das da eine Verzögerung entsteht.

    Aber ehrlich gesagt weiß ich es nicht



  • Sepp wird es bestimmt testen und berichten.



  • Klar werde ich berichten. Kann ein bisschen dauern, weil ich momentan echt sehr wenig Zeit dazu habe.

    Die Diskussion, ob eine zusätzliche Endstufe tatsächlich was bringt, gibts ja in wirklich jedem Forum. Die Meinungen gehen da sehr weit auseinander.

    Ich weiß es momentan selber nicht , aber auf den Gedanken zu einer zusätzlichen Endstufe bin ich eigentlich durch Aktiv-Lautsprecher gestoßen. Warum bitteschön hat denn jeder Aktiv-Lautsprecher Hunderte von Watt an jedem seiner Kanäle, wenn doch eh 20 Watt pro Lautsprecher insgesamt für ansprechenden Klang ausreichen? Mal etwas überspitzt ausgedrückt.

    Wen es interessiert - hier lauert "nur" eine PA-Endstufe. Die Crown XLS 1502. Noch nicht angeschlossen - ich hoffe am Wochenende hab ich mal eine ruhige Viertelstunde. Ich erhoffe mir irgendeinen KLangunterschied, welcher in Richtung "satter", "direkter", " dynamischer", "knackiger"…..(hier gerne Adjektive eurer Wahl eintragen) geht. Vielleicht auch nur Käse - ich weiß es echt nicht und bin neugierig.

    Ich werde euch auf dem laufenden halten.

    Schöne Grüße
    Sepp



  • Meiner Meinung nach gibt es kein Klangunterschied von Endstufen , eher das da die Vorstufe den Unterschied ausmacht.

    Du wirst mit einer Endstufe

    1. Den AVR entlasten
    2. Bei hohen Pegeln auf eine längeren Zeitraum hört es sich entspannter und klarer an
    3. Irgendwann bei hohen Pegeln ein AVR an zu klippen fängt.
    4. Man hat wesentlich mehr Reserven

    AREA DvD hatte mit Lars Mette mal mit 4 hochwertigen AVRs eine Test gemacht . Fazit , die AVRs schmeißen kaum Leistung raus , ( Ausnahme von Pioneer) und zweitens brechen sie nach einer gewissen Zeit die analogen AVRs ein.
    Dann hört es sich gestresst an , bei der Klirrfaktor enorm ansteigt bei hohen Pegeln und Leistung gefordert wird bei Belegung von allen Kanälen

    Daher ist meine Meinung :

    Wenn Standboxen bei einem AVR verwendet werden , dann mit separater Endstufe.
    Ich persönlich bin ich froh , das ich eine 7 kanal-Endstufe habe , egal wie laut ich über einen längeren Zeitraum höre , ich habe genug Reserven und das schont den AVR.



  • So Freunde, obwohl ich nicht wirklich "getestet" habe, möchte ich meine Eindrücke bisher schildern.

    Nach dem Anschluss der Endstufe und erneuter Einmessung, habe ich erstmal einige Folgen von TV-Serien geschaut (American Horror Story, Shameless) und war mit dem Klang der Stimmen irgendwie unzufrieden. Genauer gesagt kam mir alles etwas zu "hell" vor. Klarer Fall von Schaltverstärker dachte ich erstmal. Der AV-Receiver lief mit der EQ-Einstellung "Front" - mit dieser Einstellung hatte ich ihn auch vor dem Anschluss der Endstufe laufen. Dies bewog mich dazu, erneut mit verschiedenen Einstellungen rumzuspielen. Die Jumper, welch ich für die Anhebung des Hochtonbereichs um 3db gesetzt hatte, habe ich erstmal entfernt. Dazu habe ich dann verschiedene EQ-Modi im AV-Receiver probiert. Letztlich alle ausgeschaltet und Direkt eingestellt. Randnotiz: komisch sind mir dabei die Einmessungsergebnisse der beiden Frontboxen generell vorgekommen. Während beim linken Lautsprecher im ersten Band eine Erhöhung um 2,5 eingemessen wurde, wurde das gleiche Band bei der rechten Box um -5 abgesenkt, obwohl beide Boxen relativ gleich aufgestellt sind und auch nur ca. 2 Meter auseinander stehen.

    Durch diese Umstellerei war natürlich kein wirklicher Vergleich zum Betrieb ohne Endstufen möglich. Der Aktionismus nach den Hörerlebnissen der TV-Serien war im Nachhinein betrachtet sowieso Käse, da die Audioqualität der Serien sowieso stark differiert und ich keinen Direktvergleich vorgenommen habe. Zudem kommen die Stimmen ja hauptsächlich aus dem Center und der hat mit der Endstufe rein gar nix zu tun.

    Ich hab das Wochenende dann auch genutzt um Musik zu hören - vorwiegend im Pure Direct Modus des Receivers. Die Höhenanhebung der LS habe ich wieder aktiviert. Klangliche Unterschiede haben sich für mich letztlich nicht ergeben. Eine "entspanntere" Spielweise konnte ich genausowenig festmachen wie einen helleren oder "digitaleren" Klang, allerdings habe ich mich nicht in grenzwertigen Lautstärken bewegt. Ich habe den Eindruck, die Leistung des AV-Receivers ist doch nicht schlecht und reicht locker für meine Bedürfnisse aus. Auch in der neuen Audiovision wurde übrigens das Leistungsvermögen des Nachfolgers explizit herausgehoben und da glaube ich gibt's keine grossen Unterschiede zum 2040er.

    Ich muss zugeben, ich hab durch die vielfältigen Veränderungen der Einstellungen keinen wirklichen Vergleich vornehmen können. Ich bin soweit gekommen, dass ich meinem Gehör plötzlich gar nicht mehr getraut habe und kurzzeitig den Überblick verloren habe, ob es gut oder besser ist :( .

    So wirklich weitergekommen bin ich bisher also nicht. Ich wollte nur mal kurz einen Zwischenbericht abliefern. Ob mir die externe Endstufe letztlich einen Mehrwert bringt, mag ich jetzt noch nicht beurteilen.

    Ein paar Anmerkungen noch zur Endstufe. Es handelt sich um die neue Crown XLS 1502. Die Leistungsdaten dieser Endstufe können sich sehen lassen (2x 775 W / 2 Ohm, 2x 525 Watt / 4 Ohm, 2x 300 W / 8 Ohm). Die Endstufe ist absolut unauffällig, für eine PA-Endstufe ist das Design gefällig und das Displays und die LEDs kann man komplett abschalten. Lüfter haben sich nicht eingeschaltet, bin aber auch nicht permanent 10 cm davor gekauert um zu horchen ob sie irgendwann anspringen.

    Mal sehen, wie sich das weiterentwickelt. Beruhigend ist es irgendwie schon, Leistung im Überfluss bereitstehen zu haben :d . Die Umstöpslerei der Lautsprecheranschlüsse ist fummelig, da vergehen auch immer ein paar Minuten und mein Hörgedächtnis ist schlecht, wie ich feststellen muss.

    Schöne Grüße
    Sepp


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